Die europäische Tourismusbranche

Der Bereich des Tourismus ist weit gefasst und nimmt man alle relevanten Bereiche, die mit dem Tourismus in Zusammenhang stehen, so sind 12 Prozent aller Arbeitskräfte in der Europäischen Union in dieser Branche beschäftigt. Mehr als 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden durch den Tourismus dargestellt – Tendenz steigend. Die Wirtschaftskrise hat sich natürlich auch auf den Fremdenverkehr ausgewirkt, doch nicht in dem Maße, wie in vielen anderen Wirtschaftsbereichen. Denn die Menschen wollen dennoch reisen, auch wenn sich die Reiseziele geändert haben. Wer erst eine Fernreise gebucht hat, begnügt sich jetzt vielleicht mit einem Urlaub an Ost- und Nordsee oder in den Alpen. Die inländischen Ziele werden wieder neu entdeckt und stehen in der Attraktivität anderen Destinationen in nichts nach.

Der Tourismus hat zudem den Umweltschutzgedanken aufgegriffen und bemüht sich um Nachhaltigkeit. So gibt es immer mehr Ziele, die für den so genannten Ökourlaub in Frage kommen. Hierfür wurde zudem das Ökosiegel eingeführt. Die Bemühungen um die Nachhaltigkeit sind im Tourismus teilweise sogar noch stärker, als in anderen Branchen. Die Urlaubsziele und die attraktiven Landschaften sollen für folgende Generationen erhalten werden, der Schutz der Flora und Fauna steht ganz oben auf der Aufgabenliste.

Die Zahl der Arbeitsplätze wächst im Tourismus übrigens sehr stark und damit trägt diese Branche entscheidend dazu bei, das so genannte Lissabon-Ziel zu erreichen. Dabei geht es darum, bessere Arbeitsplätze in größerer Zahl zu schaffen. Die Tourismusunternehmen kooperieren daher verstärkt und setzen alles daran, dass Europa als Nummer Eins bei den Reisezielen erhalten bleibt. Es gibt eine Vielzahl von Herausforderungen, die gemeistert werden wollen, gleichzeitig muss aber die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Tourismus und der einzelnen Unternehmen erhalten bleiben. Seit Oktober 2007 wird die Europäische Agenda für den Tourismus umgesetzt, mit deren Hilfe die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden soll. Außerdem geht es dabei um die nachhaltige Entwicklung des Tourismus und der Reiseziele.